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02.03.2010
Der österreichische Musikmarkt 2009

182 Millionen Euro Gesamtumsatz.
Internet- und Handy Musikmarkt boomt mit plus 38 %.
Bereits 600.000 Konsumenten kaufen bei legalen Downloadshops ein.
Album-Downloads mit 5,6 Millionen Euro Umsatz erstmals vor Einzeltiteln.
Umsatzzuwächse durch neue Geschäftsfelder.

182 Millionen Euro haben die österreichischen Konsumenten im Jahr 2009 für Musik auf den unterschiedlichsten physischen und digitalen Formaten ausgegeben. Im Vorjahresvergleich steht einer Steigerung bei den abgesetzten Stückzahlen von 3 % wertmäßig ein leichter Rückgang von nur mehr 1,6% gegenüber.

Mit plus 38 % konnte der Online-Musikmarkt wieder deutlich zulegen und trug mit der höchsten Umsatzsteigerung seit Markteinführung bereits knapp 16 Mio Euro zum Gesamtumsatz bei. Bei den physischen Tonträgern hielten sich die Einbußen in Grenzen (162,5 Mio Euro Umsatz, -6%). Insgesamt konnte der österreichische Musikmarkt damit nach Jahren einschneidender Umsatzrückgänge trotz Wirtschaftskrise stabilisiert werden.

Franz Medwenitsch, Geschäftsführer des Verbands der österreichischen Musikwirtschaft: „Das ist sehr nahe am Turnaround und das beste Ergebnis seit Jahren. Der Musikkauf über Internet und Handy wird für immer breitere Konsumentenschichten interessant und festigt sich damit als Wachstumsmotor der Musikbranche.“

Wachstumssegmente am Musikmarkt: Downloads und neue Geschäftsfelder
Bereits 600.000 Musikkonsumenten nutzen legale Downloadshops zum Musikeinkauf, das ist eine Steigerung von 50% gegenüber 2008. Die Umsätze mit Internet- und Handy-Musikdownloads sind gegenüber dem Vorjahr um 38 % auf 15,8 Mio. Euro angestiegen - der höchste Umsatzzuwachs seit der Etablierung der legalen Online-Musikshops vor fünf Jahren. Mehr als 11 Millionen Titel stehen musikinteressierten Konsumenten bereits zum Online-Kauf zur Verfügung. Die Anzahl der Internet-Musikshops in Österreich ist auf über 20 angestiegen. Durch die Erschließung neuer Geschäftsfelder wie Merchandising, Content-Lizenzierung oder Ticketverkauf wurden in 2009 bei steigender Tendenz zusätzliche Einnahmen von 3,5 Mio Euro erzielt.

Boom bei Album-Downloads: plus 155%
Wandel am Internet-Musikmarkt: Der Download kompletter Alben löst die bisher dominierenden Einzeldownloads als größter Umsatzbringer ab. Mit einem enormen Umsatzzuwachs von 155% auf den bisherigen Rekordumsatzwert von 5,6 Mio Euro sind die Album-Downloads erstmals zum wichtigsten Onlinemarkt-Segment aufgestiegen. Auch die Downloads einzelner Songs entwickelten sich mit einer Umsatzsteigerung von 93% auf 5,2 Mio Euro äußerst positiv. Ebenfalls steil nach oben zeigt - bei allerdings noch geringerem Umsatzvolumen - die Entwicklung bei der Nutzung von Abo- und Streaming-Angeboten (plus 88%, 320.000 Euro Umsatz) sowie bei Musikvideo-Downloads (plus 300%, 240.000 Euro Umsatz).

Klingeltöne von Original-Aufnahmen werden mit einem Umsatz von 2,2 Mio Euro zwar nach wie vor stark nachgefragt, wenngleich hier mit einem Minus von 37% eine Marktsättigung festzustellen ist. Mit Einzel-Songs, die direkt aufs Handy geladen werden, wurde ein Umsatz von 1,4 Mio Euro erzielt (-12%). Zusätzliche Dienste wie Ringback-Tones (Songs als Musikfreizeichen, die Anrufer während des Wartens hören), Musikvideos, Wallpapers und Grußbotschaften von Künstlern steuerten rund 800.000 Mio. Euro bei.

„King of Pop“ Nummer 1 der Jahrescharts
Klare Nummer 1 der Album-Verkaufscharts 2009 ist Michael Jacksons „King of Pop“, gefolgt von Lady Gaga („The Fame“), Peter Fox („Stadtaffe“), Kiddy Contest Kids („Kiddy Contest Vol. 15“), Rammstein („Liebe ist für alle da“) und Green Day mit „21st Century Breakdown“.

Bei den Singles dominiert Lady Gaga (Platz 1 für „Poker Face“, Platz 5 für „Bad Romance“). Die Plätze zwei bis vier belegen David Guetta feat. Akon mit „Sexy Bitch“, Emiliana Torrini mit „Jungle Drum“ und die Black Eyed Peas mit „I Got A Feeling“.

Die erfolgreichsten österreichischen Alben neben Kiddy Contest stammen von Udo Jürgens („Best of“), Semino Rossi („Die Liebe bleibt“), die Seer („Hoffen, Glauben, Liab´n“), DJ Ötzi („Hotel Engel“) und Falco („The Spirit Never Dies“). Die erfolgreichsten heimischen Singles waren „So a schöner Tag“ von den Jungen Zillertalern, „A Sound Of Silence“ und „Fortune Teller“ von Eva K. Anderson, „Blown Away“ von Oliver Wimmer und „Gefährlich“ von Dreieck.

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